E-Commerce-Wachstum:
Wer gewinnt das Rennen?

E-Commerce-Wachstum:  <br> Wer gewinnt  das Rennen?

E-Commerce-Wachstum:
Wer gewinnt das Rennen?

(Quelle: iStock Photo)
Artikel erschienen in IT Magazine 2016/05
Seite 1
15. Mai 2016 -  Von Patrick Kessler

Der Online-Versandhandel wächst jedes Jahr im millionenstelligen Bereich. Vor allem der Heimelektronik-Markt ist mittlerweile fest in Schweizer Hand, zeigen aktuelle Marktzahlen.
Das Jahr 2015 war nicht das einfachste für den Schweizer Handel. Gerade den stationären Handel haben die Folgen vom 15. Januar 2015 unter Druck gesetzt. Diverse Schliessungen von Schweizer Textilhändlern waren mitunter die Folge der Euro-Kursfreigabe. Aber auch im Online-Handel wirft immer wieder jemand das Handtuch. Vor allem für kleinere Unternehmen nimmt der Margendruck bei vergleichbaren Gütern mit steigendem Anteil des Online-Handels konstant zu. So ist es auch hierzulande schwieriger geworden mit dem Handel Geld zu verdienen – und der E-Commerce-Bereich wird davon nicht ausgenommen bleiben.
Und trotzdem darf der eidgenössische Online-Handel im Grossen und Ganzen von einem positiven Jahr 2015 sprechen. Denn trotz allem wuchs der Schweizer Versandhandel, inklusive Online-Auslandseinkäufe, um 500 Millionen Franken auf 7,2 Milliarden Franken. Dies entspricht einem Plus von rund 7,5 Prozent gegenüber 2014, in dem 6,7 Milliarden Franken umgesetzt wurden. Auch entgegen der Gesamtentwicklung im Schweizer Detailhandel, der 2015 mit insgesamt 95,4 Milliarden Franken rund 2,5 Prozent weniger umsetzte als noch 2014, konnte der E-Commerce-Bereich nochmals kräftig zulegen. Zum Vergleich: In den letzten fünf Jahren sind die Umsätze im stationären Handel Schweiz um 2,5 Milliarden Franken gesunken, während der Online-Versandhandel in der Schweiz um 1,8 Milliarden Franken zugelegt hat. Dementsprechend müsste inzwischen auch der letzte Zweifler verstanden haben, dass das Online-Handelswachstum kaum mehr Grenzen kennt, auch keine geographischen. Mittlerweile werden 15 Prozent der Schweizer Online-Einkäufe im Ausland getätigt. Und die Tendenz ist weiterhin stark steigend.

Heimelektronik fest in Schweizer Hand

In der Vergangenheit haben verschiedene Experten aus dem Retail-Bereich immer wieder versucht den Online-Boom als temporäres Phänomen abzustempeln. Die Stellungnahmen haben sich jedoch in den letzten zwölf Monaten gewandelt. Inzwischen weisen verschiedene Entwicklungen darauf hin, dass nun auch im Schweizer Detailhandel der Tipping-Point erreicht wurde und der Online-Versand absolut stärker wächst als der stationäre Handel. Nominal ist im Gesamtmarkt des Detailhandels kein oder nur noch marginales Wachstum zu erwarten. Zumal in vielen Segmenten des Non-Food-Versandhandels seit Jahren ein Rückgang des Preisniveaus und der Umsätze beobachtet wird. Der Verband des Schweizerischen Versandhandels geht davon aus, dass dies auch die nächsten Jahre der Fall sein wird und sich die Ausschläge noch weiter verschärfen werden. Leider dürfte die Erkenntnis von vielen etablierten stationären Anbietern zu spät erfolgt sein und fast ist man diesen Nachzüglern geneigt zu sagen: «Bitte nicht mehr auf den fahrenden Zug aufspringen, er fährt schon zu schnell.»
 
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